Tornax

TORNAX

Die Firma Tornax wurde 1925 in Wuppertal gegründet. Anfangs hieß diese Wewer und Schmidtmann, letzterer schied jedoch 1927 wieder aus dem Unternehmen aus.

Der Wuppertaler Goldschmied Ernst Wewer baute Motorräder aus Leidenschaft. Anfangs mit englischen JAP-Motoren bis 1000 ccm Hubraum. Die sehr guten Beziehungen bescherten ihm als alleinigem Abnehmer die leistungsstärksten Motoren der Firma JAP. So waren die mit über 180 km/h schnellen Tornax damals die schnellsten Serienmotorräder der Welt. Auch als Rennmaschinen waren die Tornax sehr erfolgreich. So gewann man z.B. das Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring 1927, mehrere deutsche Meistertitel folgten. Ernst Wewer begleitete seine Motorräder bei den Rennen auf dem Ring in einem Flugzeug mit Werbebanner in der Luft.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde es immer schwieriger ausländische Motoren einzuführen. Importe wurden gedrosselt, später ganz eingestellt. So baute Tornax in den 30ern hauptsächlich Motorräder mit 120 und 250 ccm 2-Takt-Motoren. 1935 baute man nur noch 3 verschiedene Modelle und einen kleinen 2-sitzigen Sportwagen - den "Rex" - mit 700 ccm DKW-Motor. Später erhielten die Motorräder 1-Zylinder-Columbus-Motoren oder 600 und 800 ccm Parallel-Twins wie auch Horex diese verbaute. Nach dem Krieg gehörte Tornax zu den ersten Firmen die wieder Motorräder produzierten. Anfangs in der Achtelliterklasse später mit 250 ccm-Motoren der Firma ILO. Das letzte Model, die 1954 produzierte "schwarze Josephine" besaß eine damals überaus moderne Vorder- und Hinterradschwinge und kostete mit 250er-ILO-Motor 2195,- DM. Vergleichbare Motorräder anderer Hersteller bekam man dagegen schon für 1500,- bis 1600,- DM. Die Qualität zugunsten der Kosten zu senken kam für Wewer aber nicht in Frage. Aufgrund der Absatzkrise mussten 1957 die Tore der Firma Tornax geschlossen werden.

Wewer, für den Qualität und Fairness groß geschrieben wurden, bemühte sich weiterhin, erwarb das komplette Ersatzteillager und stellte es somit seinen Kunden weiterhin zur Verfügung. Ernst Wewer verstarb Anfang der 60er Jahre.